I’M GLAD YOU ARE NOT AN ANNOYING VEGAN

 

how to not make your friends hate vegans (and maybe turn some vegan in the process)

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Meine Freunde haben mir schon oft gesagt wie dankbar sie dafür sind, dass ich nicht so ein nerviger Veganer bin. Macht mich das jetzt zu einem guten, oder einem schlechten Veganer? Versuche ich nicht stark genug die ganze Welt zu veganisieren? Sollte ich noch öfter Fleischfresser mit Brokkoli abwerfen? Oder sind die nervigen Veganer schlechte Veganer?

Ich würde eigentlich sogar von mir behaupten ich gehöre eher zu der Sorte nerviger Veganer. Oder gehörte jedenfalls. Wenn mein Bruder zu mir sagt dass mein Essen eklig aussieht, sage ich ihm immernoch, dass er einen Tierkadaver isst. Ich backe meinen Freunden nur noch vegane Geburtstagskuchen (und alle lieben meinen Schokokuchen). Ich bestehe auf ein Veggie-Abteil auf dem Grill. Ich kommentiere bei veganen Diskussionen auf Facebook mit. Aber auf nette Weise. Gestern erst wollte ich meine beste Freundin dazu bewegen anstatt einen normalen Kuchen einen veganen Kuchen für ihre Klasse zu backen. Ich versuche seit 2,5 Jahren meine Eltern davon zu überzeugen endlich mal „Cowspiracy“ oder „Forks over Knives“ zu gucken. Ja, sobald ich einen neuen Menschen kennenlerne und der erfährt, dass ich vegan bin, gebe ich gerne meinen 5-Minuten-Standard-Vegan-Talk. Ich lese vegane Bücher. Am liebsten in der Öffentlichkeit. Mit dem Cover klar lesbar. Ich high-five Aktivisten. Ich teile Links auf Facebook. Ich schreibe lange Texte auf Instagram zu dem Thema. Mein ganzer Instagram ist nur entstanden, weil ich über Veganismus reden wollte. ICH ZAHLE NE STANGE GELD (ich weiß nichtmal genau wie viel, ich glaub ich will es verdrängen) FÜR DIESEN BLOG NUR UM DARÜBER ZU REDEN. Ich benutze das Wort „vegan“ andauernd auf Snapchat und trage sehr gerne mein „I’m vegan“ T-Shirt.

Aber ich hab aufgehört meinen Freunden die Fakten zu erklären und mit ihnen zu diskutieren. Es sei denn, sie fragen.

Das war das beste, was ich je hätte machen können. Hörste auf ihnen bewusst zu machen, wie falsch sie liegen, hören sie auf, was du sagst zu hassen. Und manche fangen an selbst zu denken.

Als ich gerade erst vegan geworden bin haben natürlich viele Freunde und andere Menschen gefragt warum vegan denn besser sein sollte. Ich hab dann wiedergegeben, was ich auswendig gelernt habe. Milch macht die Knochen schlecht. Weil Tierproteine den Körper übersäuern und Vitamine oder Stoffe oder wasauchimmer aus den Knochen genommen wird um das wieder auszugleichen. Eier erhöhen den Cholesterolspiegel. Kein veganes Lebensmittel enthält Cholesterol. Milch macht außerdem Pickel. Weil wegen da ist so ein Stoff drin. Ist auf jeden Fall wissenschaftlich bewiesen. Fleisch ist voll mit schlechten, unnatürlichem Inhaltsstoffen. Ja, sogar Bio-Fleisch. Und des Weiteren ist Tiere töten nur um sie zu Essen gar nicht so nett.

 

Solche Aussagen haben dann zu nervenzerreissenden Diskussionen geführt. Der Fleischfresser sagt „Milch ist das Beste für die Knochen, da ist Kalzium drin“.  Ja, aber wie gesagt, das tierische Protein übersäuert den Körper und…. „Du lügst. Das haben sich die Veganer nur ausgedacht.“ Nein, das ist wirklich so „ Kim, bist du eigentlich behindert? Buttermilch ist das gesündeste was ein Mensch trinken kann!!“.

Ich, 2 Monate vegan, konnte damals noch nicht alle Fakten zu 100% wiedergeben, und besonders die Wissenschaft dahinter nicht. Kann ich beides bis heute nicht. So haben die Diskussionen meist nur zu einer nervlich zerstörten Kim, und einer Gruppe Fleischfressern, die alle einer Meinung waren und der Aussage „Ich hätte jetzt Lust auf ein Steak“ geführt. Der Gedankenblitz war dann aber, dass es gar nicht meine Verantwortung ist alle Fakten wiederzugeben. Welcher Fleischfresser kann die ganze Wissenschaft hinter seinem Essen erklären?

Wenn mich jetzt jemand fragt warum ich vegan geworden bin, erzähle ich wie es mit einer Wette begonnen hat und ich mich dann nach und nach über alles informiert habe und es letztendlich ethisch motiviert ist. Ich kann ein paar Fakten erzählen. Die Tiere leiden tatsächlich. Würde die Welt weniger Tierprodukte konsumieren, würde es keinen Welthunger mehr geben. Massentierhaltung produziert mehr CO² als alle Transportsektoren zusammen. Es ist Platz 1 der Gründe für Erderwärmung. Vegan leben ist gesünder. Du willst mehr wissen? Ich empfehle dir „Cowspiracy“ und „Forks over Knives“ zu gucken. Da geht’s um die Gesundheit und um die Umwelt. Du siehst keine Horror-Tierschlachtungszenen. Du willst aber sehen was wirklich abgeht? Guck „Earthlings“. Übrigens kann ich richtig viel essen, nicht nur Salat.

Seit ich angefangen habe so mit anderen zu reden, hatte ich nie wieder eine nerventötende Diskussion. Ohne irgendwas wissenschaftliches einzubringen und nur die Fakten zu nennen, die ein Fleischesser sowieso kennt (aber verdrängt), blieb den Fleischfressern nie etwas anderes übrig als das Argumente einzubringen, die dir deinen Gewinn der Diskussion verdeutlichen. „Fleisch ist aber lecker“.

Ich lebe meinen Freunden meinen Veganismus einfach glücklich vor. Ich sage nicht „Ih!“ wenn sie einen Burger mit Fleisch anstatt Veggiepatty bestellen. Ich bring mein eigenes Essen mit um nicht große Umstände zu machen. Ich zeige ihnen was ich alles essen kann. Ich mache selber am meiste Witze über meinen Veganismus. Ich sage niemanden er ist ein schlechter Mensch, weil er nicht vegan ist. Und diese Technik, eben nicht der hartnäckige Veganer zu sein, der versucht alle vegan zu machen, hat Menschen um mich herum vegan gemacht. Es hat Menschen um mich herum dazu gebracht wenigstens einen Schritt in die richtige Richtung zu machen. Es hat Menschen um mich herum den letzten Anstoß gegeben, wenn sie sowieso schon in die Richtung gedacht haben. Manche sagen sie stimmen mir zu, aber wollen nichts ändern – das ist mir lieber, als wenn sie sagen, dass was ich sage Mist ist und dass Buttermilch das gesündeste existierende Getränk ist. An diesen Menschen übrigens: SCHONMAL VON WASSER GEHÖRT?

Was ich mir letztendlich immer denke, wenn ich mich dabei erwische, auf einen Fleischfresser niederzugucken: War ich nicht selbst mal ein Fleischfresser? Hab ich nicht selbst mal Veganer ausgelacht? Und hassten wir nicht alle Veganer, die uns nicht respektieren, nur weil wir Fleisch essen?


My friends told me many times that they are so grateful that I am no an annoying vegan. Does that make me a good or a bad vegan? Am I not trying hard enough to make the world a vegan place? Should I throw broccoli at meat eaters more often? Or are annoying vegans bad vegans?

I actually would say I am more of an annoying vegan. Or at least I was one. When my brother tells me my food looks disgusting I am gonna tell him he is literally eating a dead animal. I only bake vegan birthday cakes for my friends (and they love them). I insist to have a veggie zone on the grill. I comment on vegan discussions on facebook. In a nice way. Yesterday I tried to convince my best friend to bake a vegan cake for her class instead of a regular one. I am trying since 2,5 years to finally get my parents to watch „Cowspiracy“ or „Forks over Knives“. Yes, as soon as I meet someone new and they find out that I am vegan I’ll give them my personal vegan talk. I read vegan books. Preferably in public. With the cover in good sight. I high-five activists. I share links on facebook. I write long texts on instagram about that topic. My whole Instagram was created to talk about that topic. I PAY QUITE SOME MONEY (I don’t remember the exact amount, I guess I try to ignore it) FOR THIS BLOG TO TALK ABOUT VEGANISM. I use the word „vegan“ a lot on snapchat and I love wearing my „I’m vegan“ shirt.

But I stopped to explain the facts to my friends and to discuss with them. Unless they ask.

That was the best thing I could have ever done. If you stop to make them know how wrong they are, they are gonna stop to hate what you say. And some superbrains even start to think on their own.

When I just became vegan a lot of friends and other human beings asked me why veganism is the better choice. Then I would repeat what I memorized. Milk is bad for bones. Animal protein over-acidifies the body and vitamins or substances or whatever are taken from the bones to compensate that. Eggs increase your cholesterol. No vegan food has cholesterol. Milk makes your skin bad. Well, because there is a special substance or something in there. It’s proven. Meat is full of bad, unnatural ingredients. Yes, even organic meat. And anyway, killing animals to eat them is not nice.

Such statements lead to nerve-tearing discussions. The meat eater would say „milk is best for the bones, it has calcium“. Yes, but as I said, the animal protein over-acidifies the body and.. „You are lying. Vegans made that up“ No it’s really like that „Kim are you retarded? Buttermilk is the healthiest thing you can drink!!“.

Me, vegan for two months, couldn’t repeat all the facts back then, especially not the scientific ones. Still cannot. So most discussions leaved a mentally destroyed Kim and a group of meat eaters sharing the same opinion and the lovely statement „I am in the mood for a steak“. The flash of insight was that it wasn’t my responsibility at all to repeat all the facts. Which meat eater can explain all the science behind his food?

If somehow asks me now why I became vegan, I am telling them how it began with a bet and ended in me educating myself until it became ethical. And I can tell a few facts. The animals actually DO SUFFER. If the world would consume less animal products, world hunger can be cured. Animal agriculture is the leading cause of global warming. It produces more greenhouse gases than all transportation in the world combined. Living vegan is healthier. You want to know more? I recommend to watch „Cowspiracy“ and „Forks over Knives“. It’s about health and environment. You won’t see horror-slaughtering-scenes. But you wanna know the reality? Watch „earthlings“. Oh and actually I can eat more than just salad.

Since i started to talk like this to others I never had a mentally destroying discussion again. Without adding scientific stuff and just putting the facts every meat eater knows anyway (but tries to repress) they don’t have any other choice then to put in the one argument, that lets you know you won „But meat is delicious“.

I try to be a good example for my friends. I don’t say „Ew!“ when they order a beef burger and not a veggie patty. I bring my own food to not put work on my friends. I show them what I can eat. I make more jokes about me being vegan than anyone else. I tell nobody that they are a bad person because they eat meat. And this technique not to be the annoying vegan who’s trying to turn everything around him vegan actually turned people around me vegan. It made people around me take the step in the right direction. It gave some people the last push. It made some people agree with me even though they still won’t give up meat – I’d rather have them agree with me and eat meat than saying what I think is bullshit and buttermilk is the healthiest drink on earth. To that dude: DID YOU EVER HEAR ABOUT WATER?

The ultimate thought I have when I catch myself looking down on a meat eater is: I’ve been a meat eater once. I laughed about vegans once. And I hated vegans who disrespected me for my choice to eat meat.

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