staying close when far away

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Ich befinde mich gerade genau 9139km von Bremen entfernt. Ich wohne in einem anderen Land, auf einem anderen Kontinent, in einer anderen Zeitzone und habe ein anderes, sehr beschäftigtes Leben. Und ich bin verdammt schlecht darin zurückzuschreiben.Trotzdem sehe ich es absolut gar nicht und überhaupt nicht ein, meine Freunde auch nur ein Stückchen zu vernachlässigen.

Wenn ihr meinen Blog schon länger lest (you da real mvp) wisst ihr, dass ich mein Leben und alle meine Entscheidungen ziemlich oft – eventuell auch etwas zu viel – auf Quotes basiere, die ich auf tumblr gelesen habe. Und hier ist noch so eine:

You need someone who goes out of their way to make it obvious that they want you in their life.

Und ich versuche diese Person zu sein. Und seit ich das mache fühlt es sich so an als wären alle meine Freundschaften noch mehr wert als zuvor, als würden auch meine Freunde mich mehr wertschätzen. Als wäre dort mehr Vertrauen und mehr Liebe. #deepshitwithkimi

Ich habe schon bevor ich hergekommen bin dieses Prinzip verfolgt: Am Valentinstag hab ich meinen Single-Freunden Muffins gebacken und die zusammen mit Karten in deren Briefkästen versteckt. Ich hab ihnen immer Kuchen in die Schule oder sonstwo hin mitgebracht an ihren Geburtstagen, ich habe auch an Weihnachten Muffins verteilt, Karten aus dem Urlaub geschickt, Souvenirs mitgebracht. Wenn ich weiß, dass jemand einen schlechten Tag hat hing am nächsten Morgen Schokolade am Autospiegel.

Ich glaube, wenn wir älter werden und auch unsere Freundschaften immer älter werden nehmen wir sie irgendwann als Selbstverständlichkeit an. Immerhin ist meine beste Freundin jetzt schon seit über 18 Jahren an meiner Seite und ich bin mir sicher, egal wie viel oder wenig ich in diese Freundschaft stecke, sie wird immer bestehen. Aber ich liebe meine beste Freundin und das soll sie bitte auch immer wissen.

Jetzt wo ich so weit weg bin und wenig Zeit habe (und wirklich, wirklich grottenschlecht im zurückschreiben und Kontakt halten bin) ist das alles etwas komplizierter: Ich kann schlecht rumfahren und ihnen Muffins in den Briefkasten schmeißen, ich kann nicht zum Valentinstag so viele Karten schicken, ich bin an Geburtstagen, Abibällen und Silvester nicht am Start und durch die Zeitzonen bleibt auch zum facetimen nicht viel Zeit. Aber ich glaube ich habe mittlerweile so meinen Weg gefunden, um auch aus dieser Entfernung meinen Freunden zu zeigen, wie wichtig sie mir sind und dass sie für mich immer noch Priorität über die Entfernung haben.

  1. Haste keine Zeit, machste dir Zeit. Wie gesagt, ich bin unglaublich schlecht im zurückschreiben oder Kontakt halten. Am Anfang meines Jahres haben Freunde teilweise Tage oder Wochen auf Antworten gewartet (und waren hinterher immer noch nicht angepisst, #friendshipgoals oder was). Mittlerweile nehme ich mir jeden Morgen 10 Minuten um auf Nachrichten und Sprachnotizen zu antworten, die sich über Nacht angesammelt haben. Und jeden Abend nehme ich mir nochmal 10 Minuten um alle Nachrichten zu beantworten, für die ich tagsüber keine Zeit hatte. So häufen sich nicht unendlich viele Nachrichten an, bis sie so weit runter rutschen, dass ich irgendwann vergessen, dass sie jemals existiert haben.
  2. Deine Freunde können keine Gedanken lesen, besonders nicht aus über 9000km Entfernung, BENUTZE WORTE. Es kann natürlich immer mal sein, dass man ne stressige Woche hat und absolut keine Zeit hat zu antworten oder anzurufen oder wasauchimmer. Wenn ich das habe schicke ich manchmal einfach eine Nachricht a la „Sorry dass ich momentan immer so langsam antworte. Hab ne stressige Woche und komm da gerade nicht zu. Ich antworte sobald ich Zeit habe, love you <3 <3 <3" und somit fühlt sich die Freundin oder der Kumpel schon tausend Mal besser als wenn man die Nachricht einfach ignoriert.
  3. Nutze die Zeit, die du hast. Mit meinen Freunden facetimen kann ich unter der Woche nur so an 2 Stellen am Tag: Morgens bevor ich anfange zu arbeiten und mittags wenn der Kleine frühen Mittagsschlaf macht. Manchmal resultiert das dann auch nur in 10 Minuten facetimen weil der Kleine aufwacht oder wenn es hier morgens ist und in Deutschland Nachmittag meine Freunde auch Zeug zutun haben. Aber 10 Minuten sind besser als gar nichts. Man kann auch mal am Wochenende ne Stunde früher aufstehen um zu facetimen, deine Freunde sind es wert.
  4. Weiß nicht wie ich diesen Punkt nennen soll, er ist trotzdem hammer. Bevor ich abgeflogen bin habe ich schon ein paar Geburtstagsgeschenke vorbereitet und meine Mutti beauftragt die am jeweiligen Datum auszuliefern. Ich habe einigen Freunden Schokolade oder anderes Zeug gegeben, und sie beauftragt diese sobald ich ihnen Bescheid sage zu einer bestimmten Person zu bringen – das war der Muffins-an-schlechten-Tagen-Ersatz. Eine Freundin ist abends um 11 Uhr bei Kälte MIT FAHRRAD zu meinem besten Freund gefahren nur um für mich Schokolade an sein Auto zu hängen. Schon wieder #friendshipgoals.
  5. Sei immer da. Egal welche Tageszeit und egal wie gestresst ich in dem Moment bin, sobald meine Freunde ein Problem haben oder Rat brauchen antworte ich innerhalb von Sekunden und helfe wo ich kann um ihr Problem zu lösen. Auch wenn es bedeutet dass ich die Nacht nur 3 Stunden Schlaf bekomme. Wie schon gesagt, egal wo ich bin, meine Freunde haben Priorität und ich bin immer für sie da.
  6. Investiere in sie. Ich liiiiiiebe es Menschen etwas zu schenken. Und auch jetzt noch kriegen alle meine Freunde ein Geschenk zum Geburtstag, aber anstatt immer den teuren Versand von den USA nach Deutschland zu zahlen, bestelle ich die Geschenke einfach bei amazon.de oder anderen deutschen Shops und schicke sie zu Freunden oder meinen Eltern, die das Geschenk dann abliefern. Zu Weihnachten habe ich ein Überraschungspaket mit Geschenken für alle meine Freunde und Eltern nach Deutschland geschickt – das gute Ding hat mich 170$ gekostet, aber ich sehe das so: Auch wenn einem das Geld in diesem einen Moment etwas wehtut, in ein paar Monaten hast du es wieder vergessen, aber deine Freunde werden sich immer daran erinnern. #deepshitagain
  7. Lass sie so oft wie möglich wissen, dass du an sie denkst. Markier sie unter Memes, poste #throwback-Fotos, kommentiere ihre Fotos, schreib immer mal wieder zwischendurch ein kleines „Vermisse dich <3", schick ihn 'nen Link wenn du ein witziges Video gefunden hast.

Bei einem Jahr so weit weg merkt man schon recht schnell, wie einige Freundschaften zuhause abklingen und man weiß einfach, diese Freundschaften werden nicht ewig halten und das ist traurig, aber das ist ganz normal. Wir werden älter und haben weniger Zeit und shit zu tun. Aber auf der anderen Seite merkt man auch wer die wahren Freunde sind, die mit etwas Glück, etwas Arbeit und ganz viel Liebe vielleicht für immer bleiben. Und das ist etwas sehr, sehr wundervolles. 🙂

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